{Bauanleitung für eine Lederscheide in Köcherform}
Vorbetrachtungen:
Eine stabile Lederscheide ist zum sicheren Tragen eines
Messers unumgänglich. Die hier gezeigte Scheide in Köcherform umschließt das
Messer fast vollständig. Es werden keinerlei Metallbeschläge verwendet, so dass
die Herstellung problemlos möglich ist - Nadel und Faden genügen. Bei der
Auswahl des Leders sollte berücksichtigt werden, dass zu dünnes Leder keine
ausreichend stabile Scheide ergibt und zu dickes Leder nur schwer zu
durchstechen ist.
1. notwendiges Material:
2. notwendige Werkzeuge:
3. Nützliches:
4. Schritt für Schritt zum ledernen Maßanzug:
(click auf die Bilder für größere Ansicht)
Die Lage der Gürtelschlaufe rechts oder links von der Mittellinie bestimmt, auf welcher Körperseite das Messer später mal getragen
wird (Rechts- oder Linkshändig).
Anhand der Schablonen werden nun die 2 Lederstücken ausgeschnitten.
5. Verbesserungsmöglichkeiten:
Leder gibt es in verschiedenen Qualitäten. Neben dem hier verwendeten Fettleder, das kaum Wasser aufnimmt, gibt es pflanzlich gegerbtes Leder.
Der Abstand der Nahtlöcher kann mit einem Prickrad gleichmäßig markiert werden.
Die Naht kann mit einem Nahtversenker bündig in die Oberfläche versenkt werden.
Der Leinen-Nähfaden kann vor der Verwendung durch ein Stück Bienenwachs gezogen werden – erhöht die Stabilität und verhindert aufdrehen des Fadens.
Man nimmt eine Leder-Nähmaschine ;-)
- ein Stück Leder, circa 2-3 mm dick
- Leinen-Nähfaden oder "Forellengarn" aus dem Schusterbedarf
- ein sehr scharfes Messer (kleines Teppichmesser oder ähnliches)
- 2 stabile Näh- oder Stopfnadeln
- Lederahle
- Stift und Papier
- 2-3 Wäsche- oder Aktenklammern
- Klebstoff (Kontaktkleber)
Zuerst wird eine Papierschablone angefertigt:
- Mittellinie auf dem Papier anzeichnen
- Messer mit dem Rückenseite auf die Mittellinie legen
- Messer nach links und rechts bis auf die Bauchseite rollen, Griff- und Klingenumriß aufzeichnen
- Umrißlinien mit ca 2 cm Nahtzugabe aufzeichen, Gürtelschlaufe nicht vergessen!
- Papier um das Messer falten – passt es so ungefähr?
- die waagerechte Linie gibt an, wie weit der Messergriff aus der Scheide schaut
- eine Seite ausschneiden, wieder Papier um das Messer falten – passt es so ungefähr?
- Schablone ganz ausgeschnitten
- Schablone mit Klammern fixieren
. 
- die Linie der Messerklinge auf der Schablone korrigieren
(am Besten gegen das Licht halten, 2 cm Zugabe für die Naht nicht vergessen!)
- die Gürtelschlaufe soll hier 5 cm Öffnung haben, daher ist das Stück hier 3 cm länger
. 
- dieses rot gezeichnete Stück Leder (Beilage) verhindert, das
die Klinge die Naht von innen aufschneidet
- jedes Leder hat 2 Dehn-Richtungen: in die rote Richtung
dehnt es sich schlecht, in die grüne Richtung gut (einfach anfassen und
ziehen!)
Die Länge der Lederscheide sollte in die gut dehnbare
Richtung zeigen, so wird die Lederscheide bei Gebrauch nur länger aber nicht
weiter, damit man das Messer nicht verliert.
- die Gürtelschlaufe wird nach hinten umgelegt, mit Kleber
fixiert und vernäht.
- die ganze Scheide wird zusammengeklebt; Beilage nicht vergessen!
. 
In gleichmäßigen Abstand vom Rand (3-4mm) wird die Naht mit der Ahle vorgestochen und dann wird alles im "Zwiefachen" oder "Schusterstich" vernäht. Auf diesem Bild ist auch die Beilage als mittlere Lederlage zu sehen.
Wenn man eine Scheide aus diesem Leder nach dem Nähen wässert, ist es möglich, die Kontur von Griff und Klinge auf das Leder abzuformen und die Oberfläche zu punzieren.
| © 20.April 2006 · thoMas · |