{Bauanleitung für Bänkchen im gotischen Stil}
Worauf haben die Menschen im 12. Jhd Platz genommen?
Schöne Beispiele findet ihr hier: http://www.greydragon.org/library/gothicbench.html
Arbeitsaufwand: circa 3 Stunden
1. Die Rohmaterialien
2. Das Werkzeug:
3. Die Arbeitsschritte:
- in jedem Fußteil einen Schlitz für das Querbrett ausklinken:
- Schlitze im Querbrett ausklinken:
Querbrett und Fußbretter zusammenstecken - nun sollte das Ding bereits stehen!
Dieses zusammengesteckte Unterteil "kopfüber" mit den Zapfen mittig(!) auf das Sitzbrett stellen
- in jedes Eck der gezeichneten Vierecke ein Loch bohren, ohne(!) die Linien zu verletzen
Tip: beim Raspeln werden immer Holzspäne aus der Kante herausgebrochen.
Wenn ihr nun das Bänkchen zusammensteckt, seid ihr eigentlich schon fertig!
Natürlich muss jetzt noch alles hübsch gemacht werden; dazu wird das Bänkchen wieder zerlegt.
Zuerst wird gesägt:
Alle Teile werden mit Schleifpapier geglättet (150er und 300er Körnung).
Zuletzt werden die Zapfen und die Schlitze für das Querbrett mit Holzleim eingestrichen
Nachdem der Leim trocken ist, sollte die Bank noch mit Leinöl oder Lack wetterfest gemacht werden...
Bitte lasst mich wissen, wenn diese Beschreibung unklar oder unvollständig ist!
Ein schwieriges Thema: Sitzmöbel - besonders, wenn man
keine Steckstühle oder Biertisch-Garnituren haben möchte :)
Für höhergestellte Persönlichkeiten kommen Scherenstühle und Throne in Betracht
- ich als einfacher Handwerker muss wohl mit einer lehnenlosen Bank vorlieb nehmen...
Und so sieht meine Version eines solchen Bänkchens aus:

Sitzhöhe: 40 cm
Sitzfläche: 25 mal 80 cm
Hier die Arbeitsschritte zum Nachbauen:
(auf die kleinen Bilder clicken für grosse Ansicht)
- zwei Bretter Leimholz (800 x 250 x 28 mm)
- ein Brett (750 x 90 x 18 mm)
- Stichsäge
- Bohrmaschine mit Bohrer (10 mm)
- Stemmeisen und Hammer
- Raspel,Feile und Schleifpapier
- Holzleim
- ein Leimholzbrett in der Mitte zersägen - das werden die Füße
- Zapfen ausklinken
- ca. 50 mm weg vom Rand
- Höhe: Materialdicke des Sitzbretts (hier: 28 mm)
- Breite: doppelte Materialdicke (also ca. 50 mm)

- Tiefe: zwei Drittel der Bretthöhe des Querbretts (also 60 mm)
- Breite: wie das Querbrett (hier: 18 mm)
- Tiefe: ein Drittel der Bretthöhe des Querbretts (also 30 mm)
- Breite: wie das Leimholzbrett (hier: 28 mm)
- ca. 10 cm Abstand zur Aussenkante

Die Oberkante des Querbretts soll mit der neuen Oberkante der Fußteile
(also OHNE die Zapfen) eine Linie bilden!
und die Zapfen mit einem Stift umfahren und so auf das Sitzbrett abzeichnen.

- die Zapfenlöcher mit der Stichsäge aussägen, ohne(!) die Linien zu verletzen
- mit der Raspel bzw. Feile nacharbeiten, bis die Zapfen spielfrei hineinpassen
Das sieht dann unschön aus, daher immer von der Seite her raspeln, auf der man später sitzt!
So werden die Ausbrüche auf der Unterseite des Sitzbretts sein und sind später nicht mehr zu sehen :)
Das solltet ihr auch tun, um anzuschauen, ob alle Teile gut zueinander passen.
VOR dem Zerlegen sollte man sich noch kennzeichen, welches Teil wie mit welchem Anderen zusammengesteckt war :)
- die Fußteile bekommen unten jeweils einen, der Gothik angepassten Ausschnitt
- das Querbrett bekommt an den äußeren Kanten einen schönen Schwung

und alles wieder zusammengesteckt.
Viel Erfolg beim Nachbauen!
| © 21.Dezember 2006 · thoMas · |